> Verlag / Redaktion
> Leitbild
> Dienstleistungen
> Beratung
> Abo bestellen
> Inserate
> Ihr Feedback
> Kontakt
> Archiv
> Home



> Ref. Landeskirche ZH
> Andere Kirchenboten
> Druckerei Ziegler


Den Kibo abonnieren?
> mehr


Erscheinung:
alle 14 Tage
Auflage: 251'502

© 2008 – Impressum

 

 

 

Ausgabe 10 vom 14. Mai 2008


Das Grab ist leer – Jesu Leichnam finden sie nicht: Im Grab begegnen den erstaunten Frauen zwei Engel. (Illustration von Ivan Gantschev, aus: «Die Ostergeschichte») (Gütersloher Verlagshaus, in der Verlagsgruppe Random House)

Im Zentrum steht das Staunen

Ostern – Kein Ereignis ist für den christlichen Glauben so zentral wie die Auferstehung von Jesus. Was für viele unfassbar ist, versucht Regine Schindler in ihren Kinderbüchern anschaulich zu machen.

Von Matthias Herren

Ostern ist der Ursprung des christlichen Glaubens. Weil der Stein nicht mehr vor dem Eingang der Grabeshöhle lag, weil die Frauen den toten Jesus vergeblich in der Gruft suchten, weil der Auferstandene dem Petrus erschien, dann den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus und später beim Brechen des Brotes – darum nennen wir uns Christinnen und Christen.

So zentral und grundlegend das Ostergeschehen für den Christusglauben ist, so schwer fällt es, die Botschaft der Auferstehung zu fassen und darüber zu sprechen. Die Autorin Regine Schindler hat es immer wieder mit Kinderbüchern versucht. Gerade rechtzeitig vor Ostern wurde ihr Buch «Die Ostergeschichte» neu herausgegeben. Sie bleibt dabei ganz nah am biblischen Text des Lukasevangeliums, «übersetzt» aber die Geschichte in eine poetische kindgemässe Sprache.

Einzelschicksale bei Lukas

«Die Art, wie Lukas von den Erscheinungen von Jesus und seinen Begegnungen mit den Jüngerinnen und Jüngern berichtet, eignet sich besonders gut zum Nacherzählen», sagt Regine Schindler. Die Frauen und Männer, die in den Ostergeschichten des Lukasevangeliums vorkommen, sind alle mit ihrem Namen genannt. «Mit diesen Einzelschicksalen können sich Kinder und Erwachsene gut identifizieren.»

Da erfahren wir, wie der vornehme jüdische Ratsherr Josef beim römischen Statthalter Pilatus eine Bewilligung einholt, den Gekreuzigten in Tücher einzuwickeln und ihn – nach jüdischem Brauch – zu bestatten. Ein Grab, das noch von niemandem benutzt wurde, hat er für Jesu Leichnam gekauft.

Neben dem Grab stehen drei Frauen und weinen: Magdalena, Johanna und Maria, die Mutter von Jakobus. Sie wollen Jesus mit gut duftenden Ölen salben. Doch als sie zum Grab kommen, ist der Stein vor dem Eingang weg. Im Innern der Grabhöhle erscheinen ihnen zwei Männer in strahlend weissen Gewändern. Die Engel fragen die Frauen: «Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?»

Petrus kann es wie seine Mitjünger nicht glauben, als die Frauen ihm vom leeren Grab erzählen. Heimlich sieht er selber nach und findet in der Höhle nur noch die leinenen Tücher, in die Jesus gewickelt war.Zwei weitere Jünger von Jesus, Kleopas und sein Freund, sind auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus. Ein unbekannter Wanderer stösst zu ihnen. Und dieser kann ihnen anhand der alten Schriften all das erklären, was sie nicht verstehen. Erst als der Wanderer mit ihnen isst und das Brot bricht, merken sie, dass dieser der Auferstandene ist. Doch da ist er schon weg.

Unbiblisches Brauchtum

Nicht nur das Unfassbare und Geheimnisvolle an der Auferstehung Jesu machen es schwierig, darüber zu reden. «Beim Osterfest liegen Brauchtum und biblische Erzählungen viel weiter auseinander als bei Weihnachten», sagt Regine Schindler. Wenn Kinder Schokoladehasen am Ostermorgen suchen, bestehe kein direkter Bezug zu einer biblischen Geschichte. Genauso wenig wie bei den Osterbäumen mit den kunstvoll bemalten Eiern.

Im einem anderen neu aufgelegten Buch, «Der Ostermorgen», setzt Regine Schindler beim österlichen Brauchtum ein. Aus der Sicht eines Hasen, dessen Höhle auf einmal von einem grossen Stein verschlossen ist, erfahren die Leserinnen und Leser, was an Ostern geschah. Und mit der wachsenden Gewissheit der Jüngerinnen und Jünger, dass Jesus lebt, erwacht auch der Frühling: Der Hase entdeckt winzig grüne Blätter, er sieht die Pflanzen spriessen und riecht den Duft der Blumen.

Hier finden sich Bilder und Symbole, die oft besser als Worte erklären, was an Ostern Wunderbares und Geheimnisvolles geschah. Ob Worte oder Bilder, zentral an der Osterbotschaft ist für Regine Schindler vor allem eines: Dass wir darüber staunen – genauso wie die Frauen am Grab, wie der skeptische Petrus oder die verblüfften Jünger in Emmaus.

Osterbücher von Regine Schindler, mit Bildern von Ivan Gantschev:
– Die Ostergeschichte, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, 2006, Fr. 23.90.
– Der Ostermorgen, Patmos Verlag, 2006, Fr. 28.60.

> Artikel drucken

top