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Erscheinung:
alle 14 Tage
Auflage: 251'502

© 2008 – Impressum

 

 

 

Ausgabe 10 vom 14. Mai 2008

Nickendes Negerlein – Spendenmarketing

Willig schluckte das «Negerli» den «Zwänzger». Woche für Woche warfen wir Kinder unseren Batzen in den Schlitz und beobachteten gespannt, wie das traurige Gesicht artig nickte. Es waren wohl Tausende von Franken, die in das Kässeli eingeworfen wurden. Immer im festen Glauben, dass wir Weissen den armen hilflosen afrikanischen Kindern helfen müssen.

Mit Schuldgefühlen zum Spenden zu bewegen, ist weitgehend vorbei. Hilfswerke stellen heute die Zusammenarbeit ins Zentrum. Den Spenderinnen und Spendern muss auch einleuchten, was ihre Unterstützung bewirkt. Dafür setzen heute Hilfswerke eine ganze Marketingmaschinerie ein, die von der Plakatwerbung bis zu Mailings die Projekte an den Mann und die Frau zu bringen versucht. Besonders kirchliche Hilfswerke können noch wie zu Zeiten des «Negerkässeli» auf viele treue Spenderinnen und Spender zählen. Doch so selbstverständlich, wie früher das «Zwänzgerli» eingeworfen wurde, fliessen die Zuwendungen heute nicht mehr. Besonders neue Geber zu finden, ist harte Arbeit. Am bestens gelingt dies, wenn bei Katastrophen rasch mit geeigneten Projekten reagiert werden kann.
he

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