|
|
|
|
|
|
Ausgabe 10 vom 14. Mai 2008 Will der Pfarrer Obama als Präsidenten verhindern? Jeremiah Wright – Die rassistischen Aussagen des schwarzen Pfarrers bringen Obama in Bedrängnis. Dahinter stecke Kalkül, vermutet die Amerikaspezialistin Britta Waldschmidt-Nelson. Der Pfarrer der Trinity United Church of Christ in Chicago hatte den Bruch mit seinem prominenten Gemeindemitglied, Barack Obama, schon vor einem Jahr geahnt: «Wenn Barack die Vorwahlen übersteht, dann könnte es sein, dass er sich öffentlich von mir distanzieren muss», sagte Reverend Jeremiah Wright. Rassistischer Pfarrer? Zuvor hatte Reverend Jeremiah Wright nochmals seine afrozentrische Gesinnung bekräftigt. Die Ausbreitung des HIV sei eine Verschwörung der US-Regierung gewesen, um die Schwarzen zu vernichten. Zudem bezeichnete er den Schwarzenführer Louis Farrakhan als eine der «wichtigsten Stimmen des 20. und 21. Jahrhunderts». Farrakhan, der wegen seiner antisemitischen Ausfälle umstritten ist, ist der Guru der Black-Muslim-Sekte «Nation of Islam». Obama in vier Jahren Warum Reverend Wright ausgerechnet jetzt seinen langjährigen Freund Barack Obama derart in Bedrängnis bringt, dafür hat Waldschmidt zwei Erklärungen. «Weil die USA wegen dem Irak-Krieg und der Finanzkrise in einem sehr schlechten Zustand sind, könnte Wright die Präsidentschaft von Obama verhindern wollen.» Der schwarze Pfarrer könnte darauf spekulieren, dass der Republikaner John McCain die Misere ausbaden muss und Barack in vier Jahren ins Weisse Haus zieht. «Hinter den Tiraden von Wright könnte aber auch die Befürchtung stecken, dass sich Obama zu sehr von gemässigten Stimmen vereinnahmen lässt.» Der Schwarzenprediger wisse genau, dass ein Präsidentschaftskandidat, der sich zu stark für die schwarze Gemeinschaft einsetzt, nicht gewählt werde.
|